Neue Waag

1541 waren beim Regensburger Religionsgespräch Philipp Melanchthon und Martin Bucer auf evangelischer und Johannes Eck und der päpstliche Gesandte Gasparo Contarini auf katholischer Seite die prominentesten Teilnehmer beim Treffen in der Neuen Waag, auch der Kaiser selbst war anwesend.

Es gelang tatsächlich, mehrere Artikel gemeinsam zu formulieren, sogar über das Gerecht-Werden des Menschen vor Gott, die Rechtfertigung, fand man zu einer gemeinsamen Aussage. Die Unterschiede traten dann aber vor allem zutage, als über die Transsubstantiation (Die Art der Gegenwart Christi im Abendmahl) gesprochen wurde. Weil es für sie keine biblischen Belege gibt, war sie für die evangelische Seite nicht annehmbar, sie konnte aber von katholischer Seite, weil auf einem Konzil festgelegt, nicht aufgegeben werden.

Die Gespräche endeten ohne Einigung und eine Fortsetzung 1546 scheiterte schon an formellen Fragen: Sollten die Ergebnisse bindend sein oder nur Material für das inzwischen in Trient einberufene Konzil liefern? Die Beratungen wurden nach kurzer Zeit ergebnislos abgebrochen.

Im Laufe der Geschichte wechselte das Anwesen häufig den Besitzer und die Nutzung. Der Name „Neue Waag" geht darauf zurück, dass im Mittelalter die Stadtwaage hier untergebracht war. Heute beherbergt das Gebäude das Verwaltungsgericht Regensburg. Dort im Innenhof ist eine Wandmalerei zur Erinnerung an das Gespräch zu finden.